Wie man ein Beizbad erstellt (für absolute Anfänger)
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Wie man ein Beizbad erstellt (für absolute Anfänger)

In diesem Blog werde ich eine der grundlegendsten Fragen beantworten, die mir oft gestellt wird: Wie mordiere ich Fasern?

Was ist eigentlich ein Mordant?

Einfach ausgedrückt ist ein Mordant eine Substanz, die dem Farbstoff hilft, sich an deine Faser zu binden. Stell es dir wie einen Kuppler vor, der die Farbmoleküle dem Stoff vorstellt und sagt: „Jetzt nehmt euch an den Händen und lasst nicht los.“ Ohne ihn liegen viele Naturfarbstoffe nur unbeholfen auf der Oberfläche, sehen eine Weile gut aus, verschwinden aber schneller, als du „kaltes Spülen“ sagen kannst.

Das Wort „mordant“ stammt tatsächlich vom lateinischen mordere, was „beißen“ bedeutet. Etwas dramatisch, aber treffend: Mordants helfen der Farbe, sich in die Faser einzubeißen, sodass sie haften bleibt.

Die Grundlagen: Alaun und Co.

Der am häufigsten verwendete Mordant (und der anfängerfreundlichste), den wir heute besprechen werden, ist Alaun: Kaliumaluminiumsulfat. Er ist sicher, leicht zu beschaffen und zuverlässig, weshalb er die erste Wahl für Seide, Wolle und Pflanzenfasern gleichermaßen ist. Alaun liefert kräftige, klare Farben und verändert den Farbton normalerweise nicht stark. Alaun ist kein teurer Mordant, und zusammen mit all den zuvor genannten Vorteilen ist er ein absolutes Muss, wenn du mit natürlichem Färben anfangen möchtest.

Du triffst auch auf Alauns Sidekick:

  • Weinstein: nicht nur für dein Backregal. Er hilft dem Alaun, gleichmäßiger zu wirken und kann Wolle weicher machen und davor bewahren, schleimig zu werden (was Alaun in wässriger Lösung nach einer Weile zu tun neigt).

Es gibt andere Mordants die du kennenlernen solltest (Kupfer, Titanoxalat, Zinn), aber laufen wir nicht vor dem Gehen.

Wichtig: Dieses Mordierbad ist hervorragend für proteinbasierte Fasern wie Wolle und Seide. Für Zellulosefasern gibt es jedoch bessere Mordiermethoden.

Wichtig: Nicht jeder Farbstoff benötigt ein Mordant. Gerbstoffe und Indigo sind Beispiele für Farbstoffe, die ohne den zusätzlichen Schritt des Mordierens funktionieren.

Wie man ein einfaches Mordierbad herstellt

Hier ist die einfache, unkomplizierte Methode, um mit Alaun zu beginnen:

  1. Wiege deine Faser (das nennt man WOF): Ermittele, wie viel deine trockene Faser wiegt. Das ist deine Basiszahl.
  2. Alaun abmessen: Verwende etwa 10–15% deines Fasergewichts als Alaun. (Wenn dein Garn also 100 g wiegt, verwendest du 10–15 g Alaun.)
  3. Optionaler Weinstein: Füge 5–6% WOF für zusätzliche Weichheit und Ausgleich hinzu.
  4. Auflösen: Löse dein Alaun (und Weinstein, falls verwendet) in einer Tasse heißem Wasser auf. Keine Klumpen, bitte. Das dauert mindestens zwei Minuten konstanten Rührens.
  5. Fülle deinen nicht-reaktiven, sauberen Färbetopf: Füge genug warmes Wasser hinzu, um deine Faser bequem zu bedecken, und rühre den aufgelösten Mordant ein.
  6. Faser hinzufügen: Benetze dein Gewebe oder Garn (vorher einweichen, sodass es gründlich feucht ist), und gib es dann in den Topf.
  7. Schonend erhitzen: Erhitze den Topf auf etwa 70°C (nicht kochen, wir machen keine Suppe) und halte ihn dort etwa anderthalb Stunden. Rühre ab und zu, damit die Faser nicht fleckig wird.
  8. Abkühlen: Lass es stehen, bis das Wasser Raumtemperatur hat. Du kannst es sogar über Nacht stehen lassen, niemand verurteilt das, ABER achte darauf, dass nichts aus dem Mordierbad herausragt, sonst wird es ungleichmäßig.
  9. Gründlich ausspülen, wirklich, halte dich nicht zurück. Jeder verbleibende Mordant, der am Stoff klebt (anstatt sich richtig zu verbinden), springt sonst einfach auf den Farbstoff im Topf, und du endest mit fleckiger, ungleichmäßiger Farbe.

Nach dem Bad

Sobald deine Fasern mordiert und ausgespült sind, sind sie wie eine leere Leinwand, die bereit ist, Farbe zu halten. Du kannst sie sofort verwenden oder trocknen und für später aufbewahren. Einige Färber halten sogar einen Vorrat an „vorgebeizten“ Fasern bereit, was ein bisschen so ist, als hätte man Keksteig im Gefrierschrank für Notfälle. Markiere diese Stoffe gut, damit du sie nicht aus Versehen doppelt mordierst.

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3 Kommentare

Thank you, it is very useful, can i use an iron banket on the premordanted wool? and cani use this also for Silk?
Thank you
Claudia

Claudia

Do you have a blog on mordants for cellulose fibers? You suggested that there is a better choice than alum and cream of tartar for celluloid fabrics. I have just found you and appreciate all the knowledge you share. 5hanks so much.

Debbie

Many thanks, I’m beginner and this information is very useful to me. Thank you for sharing

Andrey Sifonov

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