Erschaffe ein einzigartiges handgefärbtes Textil mit einfachen Zutaten.

Ich habe mit Resistpaste in Kombination mit natürlichen Farbstoffen experimentiert, als ich ein bestimmtes Aussehen erzielen wollte.
Es gibt viele Arten von Resisttechniken; sie können kompliziert oder schlicht sein. Ich zeige einige Optionen und anschließend, was ich gemacht habe (das Allereinfachste), mit Küchenzutaten.
Mit einer Resisttechnik zu arbeiten bedeutet, bestimmte Bereiche abzudecken, die weiß bleiben, und den Rest zu färben. Verschiedene Kulturen haben dafür immer unterschiedliche Techniken entwickelt, und wir können viel davon lernen.

- Beim japanischen Shibori werden die weißen Bereiche durch Binden, Falten und Nähen erzeugt.
- Bei indonesischer Batik geschieht dies durch das Auftragen von Wachs in filigranen Mustern.
- Beim deutschen Blaudruck wird eine Stärke-Mischung namens 'papp' verwendet.
- In Indien gibt es Bandhani.
- Sogar Ikat ist gewissermaßen eine Resistfärbetechnik, nur dass der Widerstand auf Garnstufe und nicht am gewebten Stoff stattfindet.
Es gibt einen wunderbaren Artikel online über viele Resistfärbepraktiken aus aller Welt, den es sich lohnt anzusehen hier.
Vorbereitung deines Stoffes.
- Dein Stoff sollte sauber und entfettet (oder einfach gut gewaschen) sein
- Vielleicht ist das überflüssig: aber meine Expertise bezieht sich nur auf natürliche Farbstoffe auf natürlichen Stoffen — ob das mit etwas anderem funktioniert, weiß ich nicht und ehrlich gesagt habe ich kein Interesse daran, es auszuprobieren.
- Wichtig: Wenn du mit Indigo arbeitest, brauchst du deinen Stoff nicht vorbeizen (mordantieren). Bei so gut wie allen anderen Naturfarbstoffen musst du den Stoff jedoch vorbeizen (mordantieren), spülen und trocknen deinen Stoff bevor die gewünschte Resisttechnik anzuwenden. Ich werde andere Naturfarbstoffe in einem anderen Beitrag behandeln.
- Wenn du ein Kleidungsstück färbst, trenne die Lagen mit Backpapier oder recycelten Plastiktüten (dein Resist wird die Lagen 'verkleben' und das Handling erschweren).
Wie ich meine Resistpaste herstelle, ist wirklich schnell und einfach:

Mische 300 grams normales weißes Mehl mit 400 ml Wasser. Kein spezielles Mehl nötig, einfach das gewöhnliche, das in deinem Küchenschrank liegt
Kräftig rühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Die Konsistenz sollte eher schwerer Pfannkuchenteig sein.
- Jetzt musst du schnell arbeiten: Verwende einen Pinsel, um die Paste auf den Stoff aufzutragen.
- Du kannst auch (mit Handschuhen) deine Hände benutzen und sie einmassieren, das macht die Paste aber dicker, wodurch sie wiederum deutlich länger zum Trocknen braucht.
Beachte: Im folgenden Video habe ich eine Barriere zwischen die beiden Lagen dieses Seide-Baumwoll-Shirts gelegt
- Trage die Paste nicht zu dick auf.
- Lass deinen Stoff auf einem Gestell trocknen oder hänge ihn an einen trockenen, warmen Ort und lass ihn trocknen, bis er so steif wie eine Leiche ist. Das dauert mindestens 24 Stunden.
- Wirf verbleibende Resistpaste weg, denn sie wird absolut ekelhaft (stinkend und zu zähflüssig)
Risse erzeugen.
Sobald dein Stoff völlig, völlig trocken und so steif ist, dass er sich nicht mehr falten lässt, darfst du ihn etwas misshandeln. Je mehr du ihn brichst, desto mehr Farbe wird auf deinem Stoff auftauchen. Überlege also vorher, wie und wo du den Resist aufbrechen willst.
- Tipp: Brich nur den unteren oder oberen Teil auf.
- Tipp 2: Spiele mit Bereichen, die stärker aufgebrochen sind, und solchen, die weniger aufgebrochen sind.
- Da dieser Teil etwas rau ist, ist diese Technik nicht ideal für sehr empfindliche Stoffe.
Blauer 'Marmor'-Effekt auf weißem Hintergrund – Herstellung der Indigo-Lösung
Du musst jetzt eine Indigo-Lösung herstellen. Du könntest sie einfach in einen Bottich kippen, aber bei einem großen Stück wird das sehr schwierig. Außerdem müsstest du Vorder- und Rückseite mit Paste behandeln, sonst wird alles einfach blau. Also habe ich etwas anderes ausprobiert und das ist, was ich getan habe und was sehr gut funktionierte:
- Mische 10 grams von Indigopulver sehr, sehr gut mit 100 ml heißem Wasser und 20 grams Waschsoda. Achte darauf, dass keine Körnchen zurückbleiben; die Mischung sollte völlig glatt sein.
- Füge 10 grams Natriumhydrosulfit hinzu. Trage dabei eine Maske und Handschuhe.
- Gut umrühren und 15 Minuten stehen lassen; die Mischung sollte sich grün verfärben.
- Streiche diese Mischung auf deinen Stoff. Achte darauf, den Resist nicht zu sättigen. Er sollte eher trocken bleiben. Im Video siehst du, wie die Lösung genau in diese Risse einsickert.
- Lass das wirken, bis das Grün sich zu Blau verwandelt hat und dein Stück wieder trocken ist.
- Schabe oder spritze den größten Teil des Resists ab und spüle in reichlich kaltem Wasser mit etwas Essig; der Essig dient dazu, die Alkalität des Waschsodas zu neutralisieren.

Wenn du Probleme hast, die gesamte Stärke zu entfernen, löst ein Eimer kaltes Wasser mit einer halben Tasse Kleie dein Problem. Einfach ein paar Stunden einweichen lassen. Nochmals ausspülen.
Ich habe ein indigo-marmoriertes Brillenetui aus Seide und einen wunderschön fließenden Baumwollrock für mich gemacht. Ich werde versuchen, so bald wie möglich einen Blogbeitrag hochzuladen, in dem ich diese Technik mit A: anderen Resisttechniken und B: anderen Naturfarbstoffen behandle.
Liebe Leserinnen und Leser,
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2 Kommentare
I followed the instructions but realized it wasnt a regular mask but a fume mask when I added the sodium hydrosulfite. I got very dizzy! Might wanna specify that in your post. Also it stayed blue, any tips to fix that? Can I safely dispose of it in the sink? Thanks
Joey
הסרטונים שלך מאד מלמדים ויפים והכי כיף שאפשר גם בעברית.
האם הספרים השונים הם גם בעברית או רק באנגלית
תודה. מיכל