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Flechten werden seit Jahrhunderten als Farbstoffe verwendet und liefern, je nach Art und Extraktionsmethode, eine überraschende Farbpalette. Diese sonnengetrocknete Flechte, in Stücke geschnitten, ist ein vielseitiges Material für Färber. Je nach Verfahren können Flechten weiche Gelbtöne, erdige Brauntöne, warme Orangetöne oder sogar satte Purpurtöne ergeben.
Historische Anmerkung
In Europa gehörten Flechtenfarbstoffe zu den frühesten dokumentierten lokalen Farbmitteln, lange bevor exotische Farbstoffe importiert wurden. Die berühmten schottischen und irischen „crottle“-Farben ergaben beispielsweise tiefe Purpur- und rötlich-braune Töne. Die sogenannten „orchil“- oder „cudbear“-Farben, die durch Ammoniakaufschluss gewonnen wurden, waren in der Textilgeschichte als Ersatz für das kostbare Murex-Purpur wichtig.
Aktive Farbstoffverbindungen
Depside, Depsidone und Flechtensäuren (z. B. orcein, lecanoric acid, usnic acid — je nach Art).
CI-Farbname
Nächste Familie: CI Natural Red 28 / Natural Brown 7 (variiert stark je nach Flechtenart).
Färbetipps
Auskochen (Extraktion mit kochendem Wasser) → Gelb-, Orange- und Brauntöne
Ammoniak-Extraktion (orchil-Methode) → Purpur-, Violett- und Rosatöne
Die Dauer des Auszugs, der Fasertyp und die Wahl des Beizmittels beeinflussen alle das Endergebnis