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Auch bekannt als Zinnmordant, Zinn(II)-chlorid, Zinnkristalle, “muriate of tin” (historischer Begriff).
Beschreibung
Zinn wird von Färbern seit dem 17. Jahrhundert verwendet. Es ist besonders wirksam, um Rottöne, Orangetöne und Insektenfarbstoffe wie Kochinille klarer und brillanter erscheinen zu lassen. Während Alaun Festigkeit und Lichtechtheit verleiht, wirkt Zinn als “Hilfsmittel”, das Farbtöne in einen helleren Bereich verschiebt. Da es bei Überdosierung die Fasern brüchig machen kann, sollte es sparsam und in Kombination mit anderen Beizmitteln angewendet werden.
Historische Anmerkung
Die Entdeckung von Zinn als Beizmittel zum Färben geht auf Cornelis Drebbel (1572–1633), einen niederländischen Alchemisten und Erfinder, zurück. Um die 1620er Jahre stellte er fest, dass die Behandlung von Kochinille mit Zinnsalzen ein leuchtendes, karmesinrotes Rot erzeugte, das weit heller war als die mit Alaun allein erzielten Scharlachtöne. Dieses “geheime Karmesinrot” wurde in europäischen Färbereien berühmt und war für königliche Stoffe und Militäruniformen reserviert.
Im 18. Jahrhundert waren Zinnmordanten in europäischen Werkstätten fest etabliert. Chemiker Claude-Louis Berthollet(1748–1822) gab die erste systematische Erklärung dafür, wie Zinn(II)-chlorid mit Farbmolekülen interagiert, und beschrieb seine Rolle bei der Erzeugung leuchtender Scharlachtöne in seinem 1791 Éléments de l’art de la teinture.
Wirkstoff
Zinn(II)-chlorid (SnCl₂·2H₂O).
CI-Farbname
Nicht als Farbstoff klassifiziert (als Beizmittel verwendet/assist).__TK__30__
Vorteile
Sicherheitshinweise
Quelle
Für den professionellen Textilgebrauch als kristallines Zinn(II)-chlorid vorbereitet.